Seminare

Seminar zur Kommunikation und Konfliktbewältigung in sozialen Berufen unter besonderer Berücksichtigung von hörbehinderten Menschen die in der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) tätig sind

1. Ausgangssituation:

Immer mehr hörbehinderte Menschen sind in sozialen Berufen tätig. Sie arbeiten in Beratungsstellen, der Behindertenhilfe, in Behörden, in therapeutischen Settings oder in anderen vergleichbaren Einrichtungen.
Diese Situation ist Folge grundsätzlicher behindertenpolitischer Zielvorstellungen, zu denen Selbstbestimmung, Partizipation und Barrierefreiheit zählen.
Deutlich verbesserte Rahmenbedingungen an Hochschulen, zu denen Finanzierung und Einsatz des Gebärdensprachdolmetschens zählen, führen dazu, dass zum Beispiel immer mehr hörbehinderte Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter ihr Studium absolvieren bzw. berufstätig sind.
Darüber hinaus setzt sich immer mehr als Ausprägung des Empowerments die Erkenntnis durch, dass von Behinderung betroffene Menschen in der Arbeit mit ihrer oftmals ebenfalls behinderten Klientel (sogenanntes peer counseling) einen wertvollen Beitrag leisten.

In sozialen Berufen tätige hörbehinderte Menschen sind fachlich wie nicht behinderte Menschen entsprechend den jeweiligen Ausbildungsstandards ausgebildet. Allerdings befassen sich Inhalte der Ausbildungs- oder Studiengänge sowie berufsbezogener Fortbildungsangebote nicht mit den besonders spezifischen aus Hörbehinderungen entstehenden Anforderungen im Berufsleben.
Hierzu zählt nicht nur die Bewältigung unterschiedlicher kommunikativer Settings in der Arbeit mit der Klientel sowie mit den in der Regel gut hörenden Kolleginnen und Kollegen sowie externen Stellen. Problemlagen können darüber hinaus auch durch Rollenkonflikte als hörbehinderte Berater gegenüber ebenfalls hörbehinderten Klienten im gut hörenden Kollegium entstehen.
Hörbehinderte Menschen in sozialen Berufen sind daher häufig im Vergleich zu anderen Berufsbereichen aufgrund der Verdichtung von Kommunikation, Information und Netzwerkarbeit in höherem Maße herausgefordert und belastet.

Die Umsetzung des peer counselings betrifft aktuell die beratende Tätigkeit von hörbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (§ 32 Abs. 3 SGB IX), die aufgrund der großen Nachfrage mangels entsprechender Fachkräfte häufig keine entsprechenden Berufsausbildungen haben.
Deren Situation ist mit der oben beschriebenen vergleichbar.

Dieses Seminar wurde entwickelt, um den Bedürfnissen der oben genannten Berufsstätigen gerecht zu werden. Derzeit gibt es keine anderen vergleichbaren Fortbildungsangebote.

2. Inhaltliche Informationen zum Seminar

2.1 Ziele des Seminars:

Das Seminar zielt darauf, hörbehinderte Menschen in sozialen Berufen unter besonderer Berücksichtigung individueller Problemlagen zur Bewältigung ihres Berufsalltags zu unterstützen. Dem Erfahrungsaustausch dieses Personenkreises zu behinderungs-bedingten Störungen im Berufsleben und zum Erleben der in ähnlicher Weise betroffenen Klientel kommt besondere Bedeutung zu.
Den Teilnehmenden werden in Theoriemodulen Methoden vermittelt, die den Umgang mit der eigenen Hörbehinderung in der Kommunikation mit Hörenden und anderen hörbehinderten Menschen fördern. Dies dient der Verbesserung von verbaler Kommunikation sowie einer präziseren und effizienteren Möglichkeit der Gesprächsführung. Die Teilnehmenden können durch die Verinnerlichung der Methoden die physischen und psychischen Belastungen, die durch Hörbehinderungen im beruflichen Kontext auftreten, verringern. Hiervon profitieren nicht nur die Betroffenen selbst. Vielmehr hat dies Auswirkungen auf die gesamte Zusammenarbeit mit hörenden oder hörbehinderten Kollegen, Vorgesetzten oder Klienten. Durch eine verringerte Belastung kann längerfristig die Leistungsfähigkeit erhalten bleiben. Dies hat nicht nur positive Auswirkungen für die Gesundheit sondern auch für die Dauer der Berufstätigkeit.

2.2 Inhalte des Seminars:

Das Seminar hat folgende Schwerpunkte:

  • Erfassung der individuellen Arbeitssituationen und Problemlagen
  • Kommunikationsstrategien und -training zur Kommunikation mit Klienten, mit Kolleginnen und Kollegen, mit Vorgesetzten und externen Stellen
  • Klärung von Konflikten mit guthörenden oder hörgeschädigten Klienten sowie Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzten
  • Selbsterfahrung zur Identifikation und Übertragungseffekten im Beratungssetting und zur Rollendistanz gegenüber hörenden Mitarbeitenden
  • technische und personelle Hilfen im Berufsleben

2.3 Methoden des Seminars:

  • Vorträge zu Theorieeinheiten
  • Präsentationen
  • Einzel- und Gruppenarbeit
  • Methoden der Selbsterfahrung
  • Kollegiales Beratungskonzept
  • Rollenspiel
  • Metaplan

4. Referentinnen:

Seminarleitung: Prof. Dr. Ulrich Hase,
selbst hörgeschädigter Pädagoge, Jurist, Coach und Mediator
Hochschullehrer für Soziale Arbeit

Co-Dozenten: Raffael Canal, Gebärdensprachdolmetscher
Marvin Küllsen, Diplom-Sozialarbeiter

Dolmetschen: NN Gebärdensprachdolmetscher
NN Schriftsprachdolmetscher
NN Schriftsprachdolmetscher

Teilnahmegebühr und Tagungsort

Strandhotel Duhnen
Strandstraße 5 – 9
27476 Cuxhaven-Duhnen

Bei Anmeldung werden die Zimmer für die Teilnehmerinnen im Strandhotel Duhnen automatisch reserviert. Übernachtungskosten sind nicht in der Teilnehmergebühr inbegriffen. Sonderpreis für die Teilnehmer 108,00 € ja Nacht mit Frühstück und Abendessen im Strandhotel Duhnen.

Dieses Seminar wurde vom Integrationsamt Hildesheim am XX.XX.XXXX als förderungsfähig im Sinne von § 24 SchwbAV anerkannt.

Datum 

06. Februar 2020 bis 09. Februar 2020

Methoden

Kollegiales Beratungskonzept, Coaching, Training im Rollenspiel (Hörende Studenten und Gebärdensprachdolmetscher stehen als Übungspartner zur Verfügung), Metaplan und Vortrag

Seminarort

Strandhotel Duhnen, Cuxhaven
Strandstraße 5-9
27476 Cuxhaven

Anmeldeschluss am

09. Januar 2020

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